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Öffentlichkeitsarbeit

11.10.2016

Neues Gebäude für Department Petroleum Engineering

Doppelten Grund zur Freude gibt es für das Department Petroleum Engineering. Pünktlich zum 60-Jahr-Jubiläum der Studienrichtung Petroleum Engineering darf das Department unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Gerhard Thonhauser das kürzlich renovierte und erweiterte Rabcewicz-Gebäude in der Parkstraße 27 in Leoben seine neue Heimat nennen.

v.l.: OMV Senior Vice President für Exploration, Development & Production Dipl.-Ing. Chris Veit, Leobens Bürgermeister Kurt Wallner, Departmentleiter Univ.-Prof. Dr. Gerhard Thonhauser, Vizerektorin Martha Mühlburger, BIG-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Hans-Peter Weiss, Rektor Wilfried Eichlseder

Als Bauherr und Projektabwickler fungierte die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die in knapp 10 Monaten Bauzeit den Um- und Neubau finalisierte. „Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 5,6 Mio. Euro Brutto-Anschaffungskosten, davon 3,5 Mio. aus dem Sonderbauprogramm für Universitäten des BMWFW und 2,1 Mio. Euro von der OMV und der Montanuniversität Leoben“, erläuterte BIG-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Hans-Peter Weiss im Zuge der Eröffnungsfeierlichkeiten am 11. Oktober 2016.

Bereits im Jahre 2014 sind die OMV und die Montanuniversität Leoben eine umfassende Kooperation eingegangen, in der Theorie und Praxis in fachübergreifenden Projekten verknüpft werden. „DieseZusammenarbeit beinhaltet unter anderem Know-how-Austausch im Rahmen wissenschaftlicher und technischer Projekte, Stipendien, Sponsoring von Lehrkräften, Infrastruktur und Kursen, Praktikumsplätze sowie Mentoring durch OMV-Managerinnen und -Manager im Rahmen der OMV Nachhaltigkeitsstrategie Resourcefulness“, erklärte Senior Vice President für Exploration, Development & Production Dipl.-Ing. Chris Veit bei der Gebäudeeröffnung.

Für Rektor Wilfried Eichlseder und den Leobener Bürgermeister Kurt Wallner bildet das neue Gebäude eine sinnvolle Erweiterung des Universitätscampus. „Wir haben in diesem Gebäude modernste Technik und viel Platz für eine qualitätsvolle Ausbildung“, meinte Eichlseder, der auch auf die ständig steigende Internationalisierung der Montanuniversität verwies: „Bei den Erstsemestrigen liegt der Anteil ausländischer Studierender heuer erstmals über 20 Prozent – ein Beweis dafür, dass wir mit unserem Studienangebot auf dem richtigen Weg sind“, so Eichlseder.

Departmentleiter Thonhauser gibt auch schon die Richtung für die Zukunft der Studienrichtung vor: „In der Vergangenheit hat man vor allem in der Erdölindustrie die Notwendigkeit von Effizienzsteigerungen leider nicht so sehr beachtet wie beispielsweise in der Automobilindustrie. Konzepte für die Sensorenmessung, die Echtzeit-Datenverarbeitung und Analysen für eine gesteuerte Bedienung schwerer Maschinen zur Steigerung von Effizienz und Verlässlichkeit wurden weitgehend nicht übernommen. Das ändert sich jetzt, was für uns in Zukunft ein wesentlicher Vorteil sein wird. Das Konzept des digitalen Ölfeldes muss überarbeitet und so bald wie möglich gründlich implementiert werden, um die Effizienz in einer sicheren Arbeitsumgebung weiter zu steigern“, so Thonhauser.

Historie

Seit der Einführung der Studienrichtung Petroleum Engineering (vormals „Erdölwesen“) im Studienjahr 1955/56 waren Wachstum, Innovation und Pionierarbeit stete Begleiter des Departments. Auch die Ausrichtung der Forschungs- und Lehrinhalte an die Anforderungen und realen Problemfelder der Industrie stellte eine wichtige tragende Säule des Fachbereichs dar. Die dadurch geschaffenen Fachrichtungen spiegeln sich in den Lehrstühlen Drilling and Completion Engineering, Petroleum and Geothermal Energy Recovery und Reservoir Engineering wider.

Bereits im Jahr 2003 wurde der Bereich Petroleum Engineering als erstes Department der Montanuniversität organisatorisch vereinigt. Dieser Schritt diente als Basis der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen und der Schaffung von fachlichen und administrativen Synergien. Durch die Eröffnung des gemeinsamen Gebäudes als Zentrum für Petroleum Engineering werden die Wissensgebiete nun auch örtlich miteinander vernetzt.

Zusätzlich hat die enge Kooperation mit Industrie und diversen Universitäten, sowohl auf nationaler – mit OMV und RAG – als auch auf internationaler Ebene, in den letzten Jahren zu einer steten Weiterentwicklung der Forschung und Lehre geführt. Diese führte zum völlig neuen Konzept der „Meisterklassen“, das ab Sommersemester 2017 zum Einsatz kommt. Studenten arbeiten und lernen in einem modularen Unterrichtssystem mit ständigem Zugang zu modernster Infrastruktur und professioneller Betreuung. Der Unterricht ist dabei örtlich in den jeweiligen Lehrstuhl integriert – damit wird der Kontakt zwischen Studierenden und Lehrenden maximiert. Ziel ist es, den Studierenden ein optimales Betreuungsangebot zu bieten, das Ausbildungsniveau weiter zu heben und die Petroleum-Engineering-Ausbildung an der Montanuniversität weltweit unter die Top drei zu bringen.

Basierend auf historischen Stärken wie der Lagerstättensimulation, der Überwachung und Analyse von Bohrungsdaten und verbesserten Fördermethoden werden neue, innovative Themen in Forschung und Lehre integriert. Beispiele dafür sind die Langzeitstabilität und -sicherheit von Bohrungen, kosteneffiziente Bohrsysteme mit einem reduzierten „Ökologischen Fußabdruck“ oder die Verwendung innovativer Messmethoden „online“ während des Bohrens oder der Produktion. Neue Laboreinrichtungen sowie ein Großtechnikum als Teil des „Zentrums am Berg“ am Erzberg sind für die Umsetzung dieser Vorhaben geplant.

Weitere Informationen:

Erhard Skupa
Tel.: +43 3842 402 7220
Mobil: +43 664 80 898 7220
E-Mail: erhard.skupa(at)unileoben.ac.at