Neuausrichtung der "Rohstoff"-Studien

Einen entscheidenden Schritt im Hinblick auf ein noch breiteres und effizienteres Studienangebot setzt die Montanuni im kommenden Wintersemester mit der Einführung von Bakkalaureatsstudien im Bereich der rohstofforientierten Studienrichtungen.

Unter dem Gesamtbegriff "Geo-Engineering & Geo Sciences" werden künftig die bisherigen Studienrichtungen Bergwesen, Markscheidewesen, Petroleum Engineering, Gesteinshüttenwesen und Angewandte Geowissenschaften zusammengefasst und in die drei Schwerpunktbereiche "Natural Ressources", "Petroleum Engineering" und "Angewandte Geowissenschaften" gegliedert.

Die Neuausrichtung bietet den Studierenden völlig neue Kombinationsmöglichkeiten, schnellere Abschlüsse und mehr internationale Erfahrung. 
Projektleiter Prof. Peter Moser vom Institut für Bergbaukunde erläutert die Beweggründe für die Neustrukturierung des Studienangebotes im Rohstoffbereich: 
Um einerseits Forschung und Lehre auf dem Mineralrohstoffsektor den sich ändernden Umfeldbedingungen anzupassen und andererseits auch die im Mineralrohstoffbereich an der Universität vorhandenen Ressourcen bestmöglich und koordiniert zu nutzen hat der Rohstoffbereich der Montanuniversität beschlossen, die Studien neu zu strukturieren. Diese Neustrukturierung betrifft die bisherigen Studienrichtungen Angewandte Geowissenschaften, Bergwesen, Gesteinshüttenwesen, Markscheidewesen und Petroleum Engineering. Diese bestehenden Studien werden ersetzt durch "Natural Ressources", "Petroleum Engineering" und "Angewandte Geowissenschaften". Die neuen Studienmöglichkeiten umfassen künftig drei siebensemestrige Bakkalaureatsstudien, die mit dem akademischen Grad eines Bakkalaureus bzw. einer Bakkalaurea der technischen Wissenschaften ("Bakk.techn.") abschließen. Auf die Bakkalaureatsstudien aufbauend werden dreisemestrige Magisterstudien angeboten, die mit dem akademischen Grad "Diplom-Ingenieur/in" abschließen. 

Bakkalaureats- und Magisterprogramme 

Die neuen Studien können ab Herbst 2003 inskribiert werden. Die Bakkalaureatsstudien umfassen in einem ersten Abschnitt eine viersemestrige allgemeine technische Grundlagenausbildung, die für die beiden Richtungen Petroleum Engineering und Natural Resources völlig gleich ist. Die Studienrichtung Angewandte Geowissenschaften weist im dritten und vierten Semester gewisse Unterschiede auf. In einem zweiten dreisemestrigen Abschnitt umfassen die Bakkalaureatsstudien eine breite Fachausbildung. Für die Richtung Natural Resources betrifft dies den gesamten Bereich vom Abbau fester mineralischer Rohstoffe über die Aufbereitung und Veredlung bis hin zur Baustoffproduktion sowie den Tunnelbau und das Vermessungswesen. Für die Richtung Petroleum Engineering umfasst die Fachausbildung die Bereiche Tiefbohrtechnik, Erdöl- und Erdgasproduktion und Reservoir Engineering. Absolventen der Bakkalaureatsstudien Natural Resources bzw. Petroleum Engineering weisen demnach eine breite polytechnische Ausbildung vor dem Hintergrund des Rohstoffingenieurwesens für feste, flüssige und gasförmige mineralische Rohstoffe auf. Das Ziel der Ausbildung im Bereich Angewandte Geowissenschaften ist die Befähigung zum selbstständigen geowissenschaftlichen/geotechnischen Arbeiten im Gesamtbereich der Angewandten Geowissenschaften. 

Die auf die Bakkalaureatsstudien aufbauenden Magisterstudien bieten eine dreisemestrige fachliche Spezialisierung an. Insgesamt stehen fünf Magisterstudien zur Auswahl: 
Petroleum Engineering, 
Industrial Management & Business Administration, 
Mining & Tunnelling, 
Mineral Resources: Processing & Materials sowie 
Angewandte Geowissenschaften. 

Vollkommen neu im Vergleich zu den bisherigen Studien sind folgende Ausbildungsbereiche: 
Magisterstudium Industrial Management & Business Administration, 
Schwerpunkt Geotechnik, Geoinformatik & Tunnelbau des Magisterstudiums Mining & Tunnelling, 
Schwerpunkt Mineral Processing des Magisterstudiums Mineral Resources: Processing & Materials 

Das Magisterstudium Petroleum Engineering, der Schwerpunkt Mining im Rahmen des Magisterstudiums Mining & Tunnelling, der Schwerpunkt Building Materials & Ceramics im Rahmen des Magisterstudiums Mineral Resources: Processing & Materials sowie das Magisterstudium Angewandte Geowissenschaften stellen eine weiterentwickelte Fortsetzung der bisherigen Programme der Studienrichtungen Petroleum Engineering, Bergwesen, Gesteinshüttenwesen und Angewandte Geowissenschaften dar. 

Nach den Bakkalaureatsstudien besteht eine große Wahlmöglichkeit. Die Studierenden der Bakkalaureatsstudien Petroleum Engineering und Natural Resources können direkt bzw. mit geringen Auflagen zwischen den Magisterstudien Petroleum Engineering, Mining & Tunnelling bzw. Mineral Resources wählen. Zudem kann das Magisterstudium Industrial Management & Business Administration gewählt werden. 
Eine entsprechende Kombination von Fächern der beiden Schwerpunkte des Magisterstudiums Mining & Tunnelling ermöglicht es, eine dem bisherigen Diplomstudium Markscheidewesen weitgehend entsprechende Ausbildung im Bereich des bergtechnischen Vermessungs- und des Markscheidewesens zu absolvieren.