„Ohne Quantität gibt es keine Qualität“

Ein Bekenntnis zur vertiefenden Zusammenarbeit der Montanuniversität mit der Industrie legten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion "Die autonome Montanuniversität als Partner der Industrie" ab.

"Die Industrie ist eine Wurzel der Montanuniversität Leoben." Damit eröffnete Rektor Dr. Wolfgang Pöhl eine mit Vertretern der Industrie und der Leobener Uni prominent besetzte und gut besuchte Podiumsdiskussion, die der Bergmännische Verband Österreichs gestern, Donnerstag, an der Uni Leoben veranstaltete. Die Bereitschaft beider Seiten zu einer "gesamtstrategischen Partnerschaft" sei vorhanden, fasste Moderator Dr. Gerhard Stürmer die Statements zusammen.

Die Möglichkeiten der autonomen Entscheidungen seien durch das neue Universitätsgesetz zwar gegeben, so Rektor Pöhl, damit die Montanuni "erste Klasse bleibt", benötige sie allerdings jene Mittel, welche die weitere strategische Entwicklung ermöglichen. Auf Bundesebene sei zwar über die Profilbildung der Universitäten viel diskutiert worden, "passiert ist aber nichts, weil es so scheint, dass es politisch nicht möglich sei". Neben mehr Finanzmitteln benötige die Montanuni auch mehr Studierende, denn der Bedarf der Industrie an Leobener Absolventen sei enorm. "Wir streiten aber mit den Fachhochschulen um das immer kleiner werdende technisch interessierte Potenzial an Maturanten", so Pöhl. 

Plädoyer für Qualität 

"Die Technik hat eine breite Akzeptanz in Österreich nötig", meinte Professor Dr. Wolfhard Wegscheider, Mitglied des Leobener Gründungskonvents, in seinem Impulsreferat. Er plädierte für eine Aufrechterhaltung der Qualität, denn dies sei die "vornehmste Aufgabe der Montanuniversität". Auch wenn die Leobener Studierenden zu den teuersten in Österreich gehören, ein Vergleich mit der angesehenen ETH Zürich relativiere diese Zahlen. "Unter Einrechnung der Lebenshaltungskosten gibt die ETH Zürich das Dreifache für jeden Studierenden aus". Die Zukunft der Wissenschaft gelte dem "nachhaltigen Wirtschaften", so Wegscheider. 

Siamesische Zwillinge 

"Die Montanuniversität und die Industrie sind siamesische Zwillinge", meinte Knut Consemüller, Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologieentwicklung und Vorstandsmitglieder der Böhler-Uddeholm. Generell liege die Zukunft der Universitäten in einer starken Grundlagenforschung und in einer Zusammenarbeit mit außeruniversitären Einrichtungen wie den Christian-Doppler-Labors und den Kompetenzzentren. In der Verwertung der "Spitzen-Grundlagenforschung" müsse der Technologietransfer forciert werden. 

OMV-Vorstandsdirektor Dipl.-Ing. Helmut Langanger und Lafarge-Generaldirektor Dr. Werner Bittner hoben in ihren Statements die gute Ausbildung der Leobener Absolventen sowie deren Bereitschaft zu Flexibilität und Mobilität hervor. Die Professoren Horst Wagner, Wilfried Krieger und Zoltan Heineman bekräftigten in ihren Stellungnahmen eine vertiefende Zusammenarbeit mit der Industrie.